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Wachstumsprognosen nicht realistisch

Autorenbeiträge

Mai 2008   Deutsche Unternehmen erwarten niedrigeres Wachstum als die Bundesregierung. 

„Die deutsche Wirtschaft blieb im ersten Quartal 2008 auf Wachstumskurs“, so die aktuelle Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts. Die Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts von bis zu zwei Prozent in Deutschland hält auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) immer noch für erreichbar. Deutsche Unternehmen dage­gen sehen die Lage weniger optimistisch. Nach einer Umfrage der Frankfurter Unternehmensberatung TellSell Consulting GmbH im März 2008 denken 74 Pro­zent der befragten Unternehmen, dass die Wachstumsprognose der Bundesregie­rung von 1,7 Prozent nicht realistisch sei. Insgesamt wurden in Form einer Blitzumfrage 230 mittelständische bis große Unternehmen und Wirt­schaftsinstitute in Deutschland befragt.

Vor allem die Immobilien- und Finanzkrise in den USA sowie der Öl­preis- und Eurokursanstieg bereiten den Unternehmen Sorge. Auch auf die schwächer steigenden Realeinkommen und die Kaufzurückhaltung in Deutschland weisen sie hin. Knapp die Hälfte der Firmen (47 Prozent) erwartet ein Wachstum von weniger als 1,0 Prozent. Mit einer BIP-Veränderung zwischen 1,0 und 1,6 Prozent rechnen rund 41 Pro­zent.

„Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, dass die Prognosen der letzten Monate teilweise schöngeredet sind“, so Dr. Frank Baumgärtner, Geschäftsführer der TellSell Consulting GmbH. „Damit Unternehmen ihre individuellen Wachstumsziele in den nächsten Jahren erreichen, müssen sie jetzt massiv in Business Development- und Wachstumsprojekte investieren.“

Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Unter­nehmen hoffen darauf, dass sie in 2008 ein besseres Wachstum als der Bun­desdurchschnitt erzielen. Dies zeigt, dass die Schere zwischen wachstumsstarken und wachstumsschwachen Unternehmen immer weiter auseinander klaffen wird. „Für diese Unternehmen gilt es, nicht nur auf sich verbessernde konjunkturelle oder politische Rahmenbedingungen zu warten, sondern eigene Marktchancen im In- und Ausland zu suchen, neue Produkte zu entwickeln oder durch intelligente Zukäufe sich auf eigenen fundierten Wachstumskurs zu bringen“, empfiehlt Baumgärtner. Gute Gründe dafür wären beispiels­weise die vollen Auftragslisten und die Exporte innerhalb der EU. Immerhin die Hälfte der Unternehmen ist davon überzeugt, dass die konjunktu­relle Entwicklung in ihrer Branche einen positiven Trend aufweist und somit besser als der Bundesdurchschnitt positioniert ist.

Dr. Frank Baumgärtner, TellSell Consulting

Frankfurt am Main, im Mai 2008