Was macht eigentlich ein Innovationsmanager?
Claudia Schäfer ist seit Anfang 2007 Leiterin der Abteilung Innovative Produkte des Siegfried Vögele Instituts, einer Tochter der Deutsche Post AG. Sie verantwortet die Entwicklung und Weiterentwicklung zukunftsweisender Brief-, Service- und Dialogprodukte. Im Interview mit TellSell Consulting berichtet Claudia Schäfer über ihre Erfahrungen im Innovationsmanagement. Sie selbst hat kürzlich ihren Master für Innovationsmanagement an der Limak gemacht.
TellSell Consulting: In Stellenausschreibungen für „Innovationsmanager“ fallen häufig die Begriffe „unkonventionell“, „durchsetzungsfähig“ und „kreativ“. Was sind Ihrer Meinung nach gute Voraussetzungen, um den Job eines Innovationsmanagers auszuüben?
Claudia Schäfer: Grundsätzlich denke ich, dass ein Innovationsmanager über ein gutes Durchhaltevermögen verfügen sollte. Innovationen werden nicht über Nacht geboren und es kann mitunter sehr mühsam sein, neue Ideen auf den Markt zu bringen. Da zahlt sich ein langer Atem in jedem Fall aus. Eine hohe Einsatzbereitschaft gehört ebenfalls zum Berufsbild: manchmal ist das Zeitfenster für Innovationen recht kurz und dann muss man Themen auch kurzfristig umsetzen können. Wer zusätzlich über eine gute Portion Humor und Kreativität verfügt, hat beste Voraussetzung, ein erfolgreicher Innovationsmanager zu werden. Weiterlesen »
Business Development – mehr als ein Buzzword (Teil 2 von 2)
TellSell Consulting verknüpft kreative Methoden mit einer strukturierten Vorgehensweise zur Entwicklung und Umsetzung von markt- und zukunftsfähigen Geschäftsmodellen.
Egal ob Newcomer oder am Markt etabliert, viele Unternehmen haben erkannt, wie wichtig es ist, laufend über Neuerungen oder Änderungen der Geschäftstätigkeit nachzudenken. Ein Beispiel ist das Unternehmen „Speedo“. Seit 1928 verkauft Speedo Badebekleidung, im Zweiten Weltkrieg verdiente die Firma mit der Produktion von Moskitonetzen ihr Geld, um sich anschließend dem Ausbau ihrer Produktpalette zu widmen – MP3-Player, Freizeitbekleidung, Schwimmbrillen, Ohrenstöpsel, Handtücher, Schwimmbretter, Uhren und Sandalen können heute unter der Marke Speedo erworben werden. Der letzte Geniestreich der Ingenieure von Speedo war die Erfindung eines innovativen Badeanzuges, der den Wasserwiderstand beim Schwimmen deutlich reduziert und sicherlich mit dazu beitrug, dass der Ausnahmesportler Michael Phelps bei Olympia acht Goldmedaillen erschwamm. Dieses Beispiel zeigt, dass Unternehmen kontinuierlich auf der Suche nach Möglichkeiten sein müssen, um Kundenerwartungen zu übertreffen.
Mit Business Development als systematische Erschließung und Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen (vgl. Teil 1 der Spotlight-Serie) und dem TellSell Business Development Cube® liegt das grundlegende Werkzeug vor, um mögliche Entwicklungspfade zu identifizieren und umzusetzen. Das strukturierte Vorgehensmodell zur kontinuierlichen Durchführung des Business-Development-Prozesses soll im vorliegenden Spotlight weiter detailliert werden. Weiterlesen »
Business Development – mehr als ein Buzzword (Teil 1 von 2)
„Business Development“, wörtlich übersetzt „Geschäfts- oder Unternehmensentwicklung“, weckt Assoziationen mit Wachstum, Innovation oder auch nachhaltiger Steigerung des Unternehmenswertes.
Doch was genau ist Business Development, und wie kann ich Business Development für mein Unternehmen nutzen?
Wer sich auf die Suche begibt und wissenschaftliche oder auch praxisnahe Fachliteratur zu Rate zieht, wird sehr schnell feststellen, dass er vergeblich die eine und allgemeingültige Definition zu finden sucht. Das liegt unter anderem daran, dass Business Development kein einfaches oder eingängiges Konzept wie zum Beispiel die bekannte Erfahrungskurve ist. Deshalb taucht Business Development als Schlagwort in vielen Kontexten auf und wird insbesondere im amerikanischen Sprachgebrauch zum Teil beliebig für jede Maßnahme gebraucht, die wirtschaftliche Unternehmungen und Projekte zum Erfolg bringen soll.
Business Development wird so zu einem Buzzword degradiert, einer ungenauen Begrifflichkeit, die z. B. im betriebswirtschaftlichen oder politischen Umfeld Verwendung findet, um den Zuhörer durch den Anschein von Fachwissen zu beeindrucken. Bisweilen wird jedoch das Gegenteil erreicht, denn der Gebrauch von Buzzwords führt dazu, dass Aussagen verschleiert und Sätze in unverständliche Konstrukte verwandelt werden.
Um Business Development als strukturierten Ansatz zur nachhaltigen Entwicklung für Unternehmen nutzbar zu machen, liegt dem Beratungsansatz „Business Development @ TellSell Consulting“ eine konkrete, aber umfassende Definition zugrunde. Diese schafft die Rahmenbedingungen für einen strukturierten und systematischen Business-Development-Prozess und macht das Konzept greifbar:
Definition:
Business Development ist die systematische Erschließung und Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen mit dem Ziel, Unternehmen zukunftsfähig und langfristig erfolgreich zu machen.
Ein Geschäftsmodell beschreibt dabei, welche Leistungen ich wie für wen erbringe und wird folglich durch drei Kerndimensionen beschrieben: Weiterlesen »
Lässt sich Innovation messen? Die Innovation Scorecard.
Innovationsaktivitäten sind nicht per se ein Garant für Erfolg. Nur jedes achte Innovationsprojekt schafft es bis zur Marktreife. Knapp die Hälfte der eingeführten Innovationen verschwindet schon kurz nach der Markteinführung wieder von der Bildfläche. Doch wie lässt sich messen, ob Innovationen wirklich erfolgreich sind und nachhaltig den Unternehmenserfolg stützen?
Manager, Wissenschaftler, Investoren und Unternehmer sind sich einig: Investitionen in Innovationen sind für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens unerlässlich. Aber in Krisenzeiten müssen auch innovationsfreundliche Unternehmen jeden Cent zweimal umdrehen. Denn selbst wenn theoretisch bewiesen ist, dass Innovationen das Wachstum nachhaltig beeinflussen, so gestaltet sich die Erfolgsmessung in der Praxis eher schwierig. Ergebnisse sind oft erst Jahre später sichtbar und es mangelt an objektiven Messkriterien. Gerade in Krisenzeiten ist daher ein Innovations-Controlling zur Investitionssicherung von zentraler Bedeutung. Denn nur wer nachweisen kann, welchen Beitrag Innovationen zum Unternehmenserfolg leisten, wird auch bei knappen Kassen weiter forschen können. Weiterlesen »
Zeitungsverlage im Umbruch – Geschäftsmodellinnovationen als neues Potenzial auf der Sonnenseite der Gewinngleichung
Nach Restrukturierungen und Kostensenkungsmaßnahmen in der Vergangenheit stehen Zeitungsverlage vor der großen Herausforderung, neue Umsatzpotenziale zu identifizieren und zu realisieren. Nur wie?
Der deutsche Zeitungsmarkt befindet sich in einem strukturellen Wandel. Rückläufige Auflagen und ein stagnierender Objekt- und Anzeigenmarkt resultieren aus einer harten Konkurrenz der Zeitungen zu den digitalen Medien. Vor ca. 12 Jahren versuchte TellSell Consulting bereits Zeitungsverlage für Scout24 als Partner zu gewinnen. Zu dieser Zeit glaubten die Verlage nicht an die Tatsache, dass das Internet die Kleinanzeigen ersetzen könnte. Intensive Restrukturierungen und Kostensenkungsmaßnahmen haben nicht selten die Qualität der Berichterstattung außer Acht gelassen. Nun erkennen die Zeitungsverlage, dass neue Wachstumspotenziale identifiziert und umgesetzt werden müssen, um ein glaubhaftes und nachhaltiges Zukunftsszenario für die Zeitungsverlage zu entwickeln. Die Suche nach Wachstumspotenzialen löst also den Fokus auf Kostenreduktion ab. Dennoch sind die Potenziale nicht einmal annähernd ausgeschöpft, wenn man die Möglichkeit von Geschäftsmodellinnovationen ganzheitlich betrachtet. Weiterlesen »
Google Wave - neue Wege der Zusammenarbeit?!
Google ist bekannt für innovative Services, die das Leben der Nutzer vereinfachen sollen. So auch im Falle von Google Wave, einem Online-Tool zur einfachen Kommunikation und Zusammenarbeit. Doch inwiefern ist Google Wave ein wirklich innovativ bzw. neu?
“Online Collaboration” (auch bekannt als “Computer Supported Collaborative Work”) gibt es nicht erst seit Google Wave. In den verschiedensten Formen und mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten der Interaktion gab es in der Vergangenheit zahlreiche Tools, um eine Kommunikation bzw. Zusammenarbeit zwischen den Menschen zu ermöglichen. Google Wave ist also in der Grundfunktionalität weder neu noch besonders innovativ. Weiterlesen »
Systematische Produktentwicklung in der Versicherungs- wirtschaft unter Einbeziehung der Stimme des Kunden
Mittels strukturierter Vorgehensmodelle können Unternehmen frühzeitig die Erwartungen der Kunden in die Produktentwicklung integrieren. Zielsetzung: Das Leistungsversprechen gegenüber dem Kunden übertreffen.
Der Ursprung der Produktentwicklung – Die Mathematik
Als im 17. Jahrhundert die ersten Versicherungsunternehmen gegründet wurden, stand im Mittelpunkt der Produktentwicklung die Mathematik.Einfach gesprochen galt es, die Risiken, die mit einer Absicherung verbunden waren, zu bewerten und mathematisch unter Berücksichtigung von Variablen wie Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe in einen Versicherungsbeitrag umzuwandeln. Wenn überhaupt wurde der Kunde vor der Markteinführung von neuen Produkten per Befragung in den Prozess eingebunden.Auch heute noch fehlt in den meisten Versicherungsunternehmen ein Prozess zur Integration der Kundenstimme in die Produktentwicklung. Da die Branche bis vor wenigen Jahren über ein stabiles Marktumfeld mit einer geringen Wettbewerbsintensität verfügte, war es möglich über viele Jahrzehnte ein sehr profitables Geschäft zu betreiben – auch ohne die komplexen Bedürfnisse der Kunden im Einzelnen zu kennen. Warum also Bewährtes ändern?
Revolution durch High-Tech im stationären Einzelhandel? Tokio Hotel auf 3D-Hologramm-Tour…
Tokio Hotel sind in den letzten Wochen durch Mediamärkte in Saturn-Märkte in verschiedenen europäischen Ländern getourt. Es handelte sich dabei allerdings nicht um die realen Band-Mitglieder, sondern um 3D-Hologramm-Projektionen einer im Studio aufge-nommenen Performance. Die allgemein positive Resonanz dürfte sowohl die Musikbranche als auch den Handel im Allgemeinen sehr freuen und gibt zugleich den Konsumenten einen Ausblick, mit welchen Innovationen in diesem Umfeld in Zukunft zu rechnen sind.
Beim Betrachten von Youtube-Videos, die bei der Tokio Hotel Hologramm-Tour aufgezeichnet wurden, fällt eine weitere Sache auf: die Fans sind derart begeistert von dem realitätsnahen Auftritt, dass sie in bereits bekannter Manier zu “kreischen” beginnen. Wird durch die neue Technologie eine neue Art von Realität geschaffen, die zwischen einer Fernseh-/Internet-/Kinoübertragung und einem realen Konzert liegt und die Betrachter emotional näher an die Realität bringt?
Aus Produktsicht ergeben sich weitere Implikationen: der Rollout von 3D-Technik in Kinos ist bereits in vollem Gange, die Eroberung des Wohnzimmers steht kurz bevor. Die 3D Technologie-Roadmap wird uns in den kommenden Jahren viele weitere spannende Produkte bieten. Sicherlich werden nicht alle die Reife für den Massenmarkt erreichen, aber dennoch kann man wohl sagen, dass in vielerlei Hinsicht ein Perspektivwechsel möglich wird.
Die Suche ist das zentrale Konzept im Internet – Interview mit Martin Hubert, Geschäftsführer von eprofessional
Martin Hubert ist Geschäftsführer der eprofessional, Hamburg, ein Beteiligungsunternehmen der Axel Springer AG mit Spezialisierung im Performance-Marketing. Das „Steckenpferd“ des Diplom-Physikers ist strategisches Marketing im digitalen Informationsraum.
Thomas Win
d, Managing Partner bei TellSell Consulting: Google hat in den letzten Jahren das Internet und die Nutzer geradezu erobert. Viele Unternehmen investieren massiv in Suchmaschinenwerbung und die suchmaschinenkonforme Optimierung ihrer Webseiten. Warum?
Martin Hubert: Konsumenten informieren sich heutzutage im Internet, ganz gleich, ob sie einen Fernseher kaufen, einen seriösen Finanzmakler finden oder sich für ein Reiseziel für den nächsten Urlaub inspirieren lassen wollen. Suchmaschinen spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Themen reichen von Apfeldiät bis Zugverbindung. Oft geht es um eine erste Orientierung zu Produkten und Informationen, sehr oft aber auch um einen konkreten Kauf- und Informationswunsch. Jedes Unternehmen, das dem Konsumenten etwas zu bieten oder mitzuteilen hat, muss in der Suche präsent sein und das an prominenter Stelle. Weiterlesen »
Zufällig innovativ?
Als Alexander Fleming 1928 aus seinem Sommerurlaub zurückkehrte, entdeckte er in seinem Labor auf einer vergessenen Agarplatte einen Schimmelpilz mit bakterientötender Wirkung – das Penicillin. Viele Petrischalen und Herstellungsversuche später wurde aus der zufälligen Entdeckung eine der größten Innovationen der Medizin.
Zufällige Innovationen sind meist so radikal, dass sie uns stark im Gedächtnis verhaftet bleiben. Doch was man schnell vergisst: es handelt sich hierbei um äußerst seltene Einzelfälle. Der weitaus größere Teil an Innovationen beruht auf sorgfältiger Planung, systematischer Kontrolle und konsequenter Umsetzung: kurz auf Innovationsmanagement.
Wer braucht überhaupt Innovation?
„Innovationsmanagement – noch so ein Ding, das unnötig Ressourcen schluckt und Geld kostet. Wozu brauche ich überhaupt Innovationen?“ Weiterlesen »



